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iter.istisch.de

unterwegs in australien

Fr
27
Aug '10

Nachbearbeitung

Wie die meisten wissen, ist unsere Reise vorbei – das Abenteuer allerdings noch nicht. Judi ist inzwischen aufgebrochen, Studentin im schönen Schweden zu werden, während es meinereiner ins lebhafte Berlin verschlagen hat. Wie oder mit was diese Blog weitergeführt wird, werden wir sehen, was aber auf jeden Fall noch kommen wird sind nochmal ein best-of unserer Fotos und Eindrücke – also bleibt uns treu und schaut mal wieder rein.

Mi
28
Jul '10

Brisbane (und so)

Das Schöne am Reises ist, dass man auch mal positiv überrascht wird. Brisbane war so eine Überraschung. Zwar wesentlich kleiner als Sydney, aber auch wesentlich entspannter. Zwei Tage Brisbane haben wir verbracht, mit ausgiebigen Besuchen der diversen Museen (hinter dem Riesenrad links). Eines für moderne Kunst, eines einfach so für Kunst, und ein generelles für alle Dinge Queensland betreffend. Alles im Baustil sehr 70s, so wie die Bremer Uni, allerdings in gut. Auf der anderen Seite dann die Innenstadt mit ihren Hochhäusern (haste eine gesehn, haste alle gesehn), und dann noch der “coole” Stadtteil mit den kleinen Kunstläden. Und mittendrin der Brisbane River, der sich einmal zwischen alles durch schlängelt. Auf jeden Fall alles nett anzusehen.

Inzwischen sind wir natürlich schon längst weitergekommen. Nach Brisbane gings wieder in die Berge, unter anderem auf Mount Warning, mit 1200m Höhe so das höchste was hier in der Gegend rumsteht. Dafür mit diversen ausgebauten Lookoutpoints auf der Spitze für Kind und Kegel. Danach waren wieder zwei Tage Byron Bay angesagt, und endlich mal konnten wir den Walen beim nach-Norden-migrieren zugucken, am östlichsten Punkt Australiens. Also eher ihren Luftfontänen haben wir zugeguckt. Aber immerhin. Nach einem kurzen Ausflug in die Dünen von Nelson Bay, den größten Wanderdünen Australiens (da stehen Panzersperren rum. aus dem 2. Weltkrieg. irgendwo an der Küste. Fragt mich nich warum.), und einem abendlichen Kinoausflug in Newcastle, sind wir nun wieder in Sydney und planen und organisieren die Rückkehr. Auto verkaufen, Handy abmelden, Ankunft vorbereiten, solche Sachen. Bald ist alles vorbei. Das ist das nicht so Schöne am Reisen.

So
11
Jul '10

Aktualität

Man führt ja so ein Blog, da es die Kommunikation mit den Interessenten um ein Vielfaches vereinfacht.  Man muss nicht blöde Rundmails schreiben, und man kann öfter auch mal kleinere Beiträge schreiben, so dass man ständig im Bilde über das Befinden der Reisenden ist. Äh, ja. Soweit die Theorie.

In der Realität ist schon die zweite Halbzeit angebrochen. Nach einigen Tagen gen Norden, sind wir mit Rockhampton an dem nördlichsten Punkt unserer Reise angekommen. Was haben wir dazwischen gesehen? Wir sind auf den Pfaden von Aboriginal People gewandelt (der political correcte Ausdruck), haben den Punkt der zweiten Landung Captain Cooks gesehen, die Brutstrände der Riesenschildkröten besucht, den gemeinen Australier in seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Gruppencampen begleitet, diverseste Varianten von öffentlichen Toiletten erfahren (inkl. denen die wegen akutem Froschbefall geschlossen sind), und gemerkt dass die Möglichkeit für einen hiesigen Hungerlohn die Erntearbeit in dieser Region zu erledigen sich schwieriger gestaltet als gedacht.

Daher haben wir die letzten zwei Wochen wwoofender Weise in einem supernetten Ökohostelresortdings verbracht, und unsere schnöde mobile Einzimmerwohnung gegen ein Doppelbettzimmer im Southern Cross Tourist Retreat eingetauscht – eine Erfahrung ohne gleichen. Die Menge an Bekanntschaften, von einfach nur nett bis zur interessanten Erfahrung, war willkommene Abwechslung.

Jetzt sind wir wieder auf dem Weg in den kalten Süden (man muss morgens jetzt schon was Langärmeliges anziehn!), nach zwei Tagen Wandern in den Glass House Mountains gehts morgen rein nach Brisbane, endlich mal wieder Großstadt nach 1,5 Monaten Landleben. Dann auch wieder regelmäßiger mit Berichten von Down Under.

Sa
12
Jun '10

Queens Land and her Birthday

So langsam spielt der Metabolismus dann doch verrückt. Nachdem wir der Landcoop am letzten Wochenende Lebewohl gesagt haben, haben wir bis jetzt 800km Richtung Norden zurückgelegt. Im Moment befinden wir uns im kleinen Ort Rainbow Beach, der eher Durchfahrtsort für Touristen für Fraser Island ist, eine Insel auf der man mit Allrad-Autos am Strand rumheizen darf. Gestern hieß es im Meer baden bis die Sonne untergeht – also so bis 5. Der Körper ist voll auf Sommer eingestellt, die Temperaturen fühlen sich auch so an hier, aber die Tage werden trotzdem immer kürzer. Man hats nicht leicht.

Auf dem Weg hierher haben wir Brisbane links liegen lassen, Großstadt muss man nich unbedingt haben. Südlich und nördlich von Brisbane liegt einerseits die Gold Coast, andererseits die Sunshine Coast, beides touristisch ziemlich erschlossen. Daher waren wir froh das nette und beschaulichere Hinterland der Sunshine Coast zu entdecken, mit Regenwälder und Wanderpfaden mittendurch, kleinen Orten (zwar auch touristisch, aber netter, und mit lecker Fudge), und mit Hippie der sich mit Tränen freut dass wir hier wandern gehn weil das alles vor 20 Jahren abgeholzt werden sollte und er das verhindert hat.

Man merkt allerdings dass der Norden doch mehr und mehr Urlaubsziel ist, der Ort hier quillt über vor Backpackern mit ihren Autos, die sich hier mal kurz den Strand anschaun und dann weiterfahren. Außerdem ist dieses Wochenende langes Wochenende, da nämlich am Montag die liebe Queen ihren Geburtstag feiert – ein nationaler Feiertag hier. Ich bin auf jeden Fall gespannt was das für das WM-Spiel Deutschland-Australien bedeutet. Anstoß ist halb 5 Uhr Montag morgens hier; ich hoffe ich finde noch ne nette Kneipe, oder vielleicht findet sich auch jemand mit Fernseher auf der Camping Area die wir grade bewohnen. Bilder folgen.

Do
10
Jun '10

das grosse W I R – wir sind angekommen

ihr lieben, die unterscheidung in “du” und “ich” ist mir immer schon ein bisschen popelig erschienen. vor allem, wenn man seit ein paar wochen zu zweit auf der unglaublichen flaeche von 3-4 m2 eines klapprigen kombis zusammenlebt. da passiert es irgendwann ganz von selbst und keiner hat die macht es aufzuhalten: die aera des grossen WIRs bricht aus.  das ist haarscharf vor der wirtragendieselbenregenjacken-aera. du und ich war gestern. ab sofort gibt es nur noch WIR. in ganz seltenen ausnahmefaellen ist die unterscheidung in das “EINE” und “DAS ANDERE WIR” drin.

und wisst ihr was? es ist dufte ;)

Fr
4
Jun '10

i’m wwoofing in the rain…

Australien ist sooo schön. Sind mit dem JuMuMobil gen Norden aufgebrochen. Raus aus dem Großstadttrubel in und um Sydney, die australische Ostküste hinauf. Hier sind die Strände wild und menschenleer. Und wir leben in, um und aus dem JuMuMobil, das ab 90km/h anfängt zu schaukeln, wie ein alter Fischerkutter auf See. Halten an, wos gerade schön ist. Parken irgendwo in verschlafenen Fischerdörfern, auf kleinen Campingplätzen im Regenwald und sind morgens die ersten am Strand.


Seit ner knappen Woche sind wir bei einer Landkommune irgendwo im Nirgendwo. Über eine schlaglochreiche Piste erreicht man “Goolawah” – die Coop/Community. An die 80 Leute besitzen zusammen ein riesiges Stück Wald, dass sie gemeinschaftlich bewirtschaften oder besser gemeinschaftlich n i c h t   bewirtschaften und einfach der Natur überlassen. Die waldfreien Patches sind in etwa 6000m2 große Flächen unterteilt, wovon jeder der 80 Leute eine komplett für sich hat. Hier kann jeder tun und lassen, was er will. Leute jeden Alters, verschiedenster kultureller und bildungstechnischen Backgrounds leben in Wohnwägen, Containern (solche wie auf großen Frachtschiffen), Zelten, selbstgebauten Hütten und Häuschen. Es gibt Plumpsklos und Solarenergie. Regenwasser hält zum Trinken und Kochen her. Das Wasser zum Duschen kommt aus dem nahgelegenen Teich. Gearbeitet wird zwar täglich, dafür aber nur 3-4h am Tag (wenns regnet auch schon mal gar nicht). Wir helfen im Garten, bei Aufräumarbeiten, bei kleinem Reparaturzeugs oder beim Unterricht mit den Kiddies mit (es gibt keinen Bus in die nächstgelegene Stadt, daher läuft die Schule zu Hause und über Telefonkonferenzen (!!!) mit dem Lehrer).

Auf den Wiesen rund um die Wohnwägen starren einen schon aus der Ferne 2-3 Dutzend Känguruhaugen an und in der Küche muss man fix mit dem Essen sein oder es gut verpackt und fest verschlossen in Schränken und Büchsen verstauen sonst sind die Mäuse vllt schon vor einem da gewesen. Praktischerweise braucht man sich keine Sorgen um Krümel und Essensreste machen. Am nächsten Morgen sind sie auf zauberhafte Weise verschwunden …

Wenn der seit Stunden, ach was Tagen anhaltende Regen auf der Schlaglochübersäten Straße noch kein Teufelswerk aus Motter und Schlamm angerichtet hat, gehts morgen mit dem JuMuMobil an die Gold Coast. In die Sonne.

Sa
29
Mai '10

Fragen an das beteiligte Publikum

  1. Wann geht die Sonne schneller auf? Im Sommer oder im Winter?
  2. Was bedeuten 100% Luftfeuchtigkeit? Und: wie funktioniert das mit dem Aufnehmen von Wasser in der Luft?

Hilfe bei diesen Streit- bzw. klärungsbedürftigen Fragen würde uns sehr entgegenkommen. (Ihr seht, wir haben hier kaum Zeit um uns über solche Nebensächlichkeiten zu unterhalten.)

Sa
29
Mai '10

The Blue Mountains – von Höhlen, Känguruhs und roten Händen

Nachdem wa das Ju-Mu-Mobil für die nächsten Tage mit Essen voll geladen hatten, gings westwärts, den Western Highway entlang, in die Blue Mountains. Alles ein bisschen später als geplant (also d.h. wir sind nicht am späten Vormittag los, sondern am späten Nachmittag … :)   ) … aber es ging los. Nach dem wir uns durch die Rushhour in und um Sydney gekämpft hatten, war es bei Ankunft in den Blue Mountains natürlich längst dunkel, was die Suche nach dem ursprünglich angepeilten Zeltplatz noch um einiges spannender machte. Die Straße wurde langsam immer schmaler, das letzte Schild Richtung Zeltplatz hatten wir vor gefühlten 10 km und 8 Kreuzungen gesichtet und nu kurvten wir irgendwo im Nationalpark Serpentinen hinauf und hinunter, durch ein Flussbett, um schließlich völlig orientierungslos im Eukalyptuswald zu stehen. Da von dem Zeltplatz zwischen all den Bäumen und in der Dunkelheit immer noch nichts zu sehen war, haben wir kurzerhand just den Platz, wo wir gerade standen zu unserem Zeltplatz erkoren.

Am nächsten Morgen, also bei Sonnenaufgang (jaja, wenns abends Schlag sechs schon dunkel wird, ist man morgens auch schon ekelhaft früh wieder wach) gings wandermäßig noch tiefer in den Wald, zur Red Hands Cave. Diese ist allerdings nicht so spektakulär an wie es sich anhört, zumindest nach einer Hälfte der Exkursionsteilnehmer. Einer kleiner Unterschlupf mit Felsvorsprung ist mit Handabdrücken verziert worden, vor dass man dann einen Metallkäfig gesetzt hat, um zu vermeiden dass noch mehr Abdrücke dazu kommen. Nach gefühlten Stunden des Zurückwanderns, sind wir schließlich weiter den Highway in die Berge hinein nach Katoomba, wo sich die sogenannten Three Sisters befinden, drei beeindruckende Felsvorsprünge, die von der Hochebene, auf der Katoomba sich befindet, in das mehrere hundert Meter tiefere Tal leiten. Beeindruckend, nur leider sehr wolkenverhangen an dem Tag. Der lokale Campingplatz war dann unser unspektakulärer Platz für die Nacht. (Bei strömendem Regen hieß es Autoumpacken und Bett im Auto aufbauen, ohne aus zu steigen!)

Tags drauf hatte sich das Bremenwetter halbwegs verzogen und für uns gings nachm Frühstück bei grandioser Aussicht auf zu den weltweit größten Höhlen (nach eigener Auskunft) – den Jenolan Caves. Ein ziemlich verzweigtes Netz an Tropfsteinhöhlen, bis heute noch nich geanz erforscht, ist inzwischen aber touristisch ziemlich gut erschlossen. Die Anfahrt ist trotzdem ein kleines Abenteuer, es geht einige Kilometer an Serpentinen ins Tal runter, und die Straße wird nachmittags extra zur Einbahnstraße gemacht, damits keine Unfälle gibt. Die Höhlen sind jedenfalls ziemlich beeindruckend, wir haben die Tour in die größte unternommen, mit etwa 50 Meter von Boden bis Decke. Allerdings gabs auch “Nebenhöhlen” die insgesamt größer waren, und teilweise noch in Bewegung (also, geologisch gesehen). Danach gings dann auf den Weg zum vorher ausgesuchten kostenlosen Campingplatz in Megalong Valley, der Plan jedoch noch im Hellen musste leider aufgegeben werden. Die Tage hier sind doch kürzer als man denkt. So gings durch die Abenddämmerung durch die Landschaft, vorbei an Lyrebirds und fast über Känguruhs, wenn die Bremsen nichts so gut funktioniert hätten. Die hängen zu der Zeit hier auch gerne zu viert auf der Straße rum. Pünktlich zu Nachteinbruch gings dann ab vom Highway und hinein in den Urwald, und die anderthalb Stunden zum Campingplatz waren durchaus spannend, trotz wenig Licht, aber vielleicht wegen der schlecht ausgeschilderten Straßen. Einmal doch angekommen, gings dann auch wieder recht fix ins Bett, die noch anwesende Lagerfeuerhippefamilie blieb unter sich.

Der nächste Tag begann langsam und mit Nebel, dafür mit echtem australischen Hinterland. Nach ausgiebigem Spaziergang gings zurück nach Katoomba zu den Three Sisters zum Treffen mit Familie, und mit weiteren Spaziergang näher zu den drei Schwestern hin (man kann per Gangway und vielen Stufen bis an einen Felsen ran, beeindruckende Sicht nach unten hat man da). Danach gings wieder heimwärts.

Inzwischen sind wir schon bei einem weiteren Abenteuer angekommen, aber dazu mehr ein anderes mal.

Do
20
Mai '10

Home.

Das isser. Unser Zuhause fuer die naechste Zeit. Hiermit meden wir uns erstmal ab fuer die naechsten 3-4 age, alldieweil wir naemlich in die Berge hier fahrn, die Blue Mountains. Wir melden uns dann wieder.

Di
18
Mai '10

Höllentour zweier notorischer Rechtsfahrer im Linksverkehr

Es ist hellblau. Jahrgang 88.  Mit ein bisschen Rost hier und da und grüngeblümten Gardinen: Das Ju-Mu-Mobil. Ein greiser Kombi mit schnurrendem Motor und klemmender Fahrertür. Gestern haben wir es seinem vorigen Besitzer für einen Aktenkoffer voll Taler abgekauft. Bei schönstem Regenwetter und einsetzender Dunkelheit gings auf den Heimweg von Sydneys Osten zurück nach Parramatta (ganz im Westen), wo wir zur Zeit bei Mani, Zen und Kleen-Jamila hausen.

Hinter beschlagenen Scheiben lugten wir zwei aus der Bremer Provinz ins Großstadtgewirr Sydneys. Jeglichen Orientierungssinn ans Navi abgetreten, gings auf in die ersten “meters straight” in die Nacht. Vierspurige Highways hinauf u hinunter. Bei Feierabend und generell wird in Sydney nicht grundsätzlich auf Rot oder Grün geachtet, dafür warnen Schilder vor Koalas, die vllt die 8spurige Straße queren wollen. Während das Ju-Mu-Mobil unter einem halb pathologischen Rechtsdrall leidet, rückt man den beeindruckend hohen Bordsteinkanten am linken Fahrbahnrand gefährlich nahe, weil man erstens dem Rechtsdrall entgegenlenkt.  Zweitens sitzt man hier als Fahrer im Auto auf der rechten Seite u hat ergo kaum ein Gefühl für die räumliche Ausdehnung des Autos gen links. Daher war meine Aufgabe als Beifahrer etwa alle 500 m mit unterdrückter Panik höflich zu fragen, ob wir vllt etwas mehr von den Bordsteinkanten abrücken könnten und sonst festgekrallt im Sitz den Weg nach Parramatta durch Telepathie od etwas Gleichwertigem kilometermäßig zu verkürzen. Während Mu mit aufsteigender Euphorie nicht müde wurde zu versichern, wieviel Spaß das Fahren machen würde. Dazwischen immer wieder “take the second exit at the roundabout” , “turn left” od “go straight”. Am Ende ist natürlich alles gut gegangen u wir  heil u vollständig am Ziel angekommen. Heute Nacht wollen wir ausprobieren, wie es sich im Kofferraum schläft.